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Innenansichten eines Frauenhauses

Das autonome Frauenhaus in Bielefeld

Die Hoffnung auf ein gewaltfreies Leben soll im Frauenhaus Flügel und Kraft bekommen!

Das autonome Frauenhaus in Bielefeld wurde 1977 eröffnet – als erstes Frauenhaus in Bielefeld und gleichzeitig als eines der ersten Frauenhäuser der Bundesrepublik. Vor über 30 Jahren wurde die Gewalt gegen Frauen von allen Seiten verschwiegen, verleugnet, bagatellisiert und zum Einzelfall erklärt, wobei den Opfern immer auch ein Selbstverschulden unterstellt wurde.

Der Weg von der Idee Frauen und ihren Kindern Schutz vor Misshandlung und Gewalt zu gewähren, bis zur Eröffnung des Bielefelder Frauenhauses war weit und voller Widerstand. Ein langer Atem und der Mut neue Wege zu gehen, ermöglichten noch in den 80er Jahren den Ankauf einer Immobilie mit privaten Darlehen. Das private Engagement war und ist eine wichtige Voraussetzung, um die Autonomie des Frauenhauses zu gewährleisten. In der Entstehungsgeschichte der Frauenhäuser wurde diese Idee der Selbstverwaltung und der Unabhängigkeit von staatlicher Förderung in Bielefeld am Längsten und am Konsequentesten aufrechterhalten. Dadurch war ein autonomeres Handeln gewährleistet. Dieses Erbe tragen die Mitarbeiterinnen der zweiten Frauenhausgeneration seit Jahren weiter und ergänzen es um eine lebendige und kreative Auseinandersetzung mit den Lebensumständen Gewaltbetroffener Frauen und Kinder.

Durch die Fotografien wird den Betrachter/innen ein Einblick in den Frauenhausalltag ermöglicht, der sonst nur wenigen Menschen gewährt werden kann. Nur Mitarbeiterinnen oder aber Polizei und Rettungsdienst sehen sonst diese Perspektive. Zahlreichen Menschen ist die Existenz von Frauenhäusern bewusst, sie wissen aber nicht, wie es dort aussieht oder wie sich das Leben dort gestaltet. Diejenigen Frauen, die sich aufgrund von Gewalterfahrungen für ein Frauenhaus entscheiden, beginnen ganz neu und brauchen Hilfe zur Heilung. Deren Alltag mit der Kamera einzufangen bedeutete einen einfühlsamen Eingriff in eine sensible und fragile Privatsphäre. Die Identitäten mussten geschützt bleiben, Anonymität bewahrt werden.

Die emotionale Gleichzeitigkeit von Traurigkeit und Fröhlichkeit, von einem Gefühl der Sicherheit und einer spürbaren Präsenz der Angst bei den Frauen war eine besondere fotografische Herausforderung. Um den Frauenhausalltag für außen stehende Betrachter/innen einfangen zu können, wurde der Fotografin ein besonderes Vertrauen entgegengebracht. Die Mitarbeiterinnen im Frauenhaus helfen den Frauen und deren Kindern ein neues Leben aufzubauen, für verletzte Seelen und verletzte Körper werden die Weichen dort neu gestellt, damit ein Lebenstag wieder zu einem „normalen“ Alltag werden kann.

Frauenhäuser sind ein gewichtiger Baustein im Hilfesystem. Darin einen Einblick zu gewähren sind die Fotografien von Ulrike Erdmann-Schwarz erstellt worden.

Information zur Ausstellung:

Es handelt sich um 12 Aufnahmen im Format 50 x 75 auf Forex. Diese können an einem Galerieseilsystem installiert werden. Jedes Ausstellungsexemplar trägt eine Bildunterschrift die dazu einlädt sich mit dem Thema näher auseinander zu setzen. Bestenfalls erfahren die Betrachter/innen eine tieferes Verständnis und eine Aufklärung darüber, wie es in einem Frauenhaus aussieht, das Leben dort sein kann und was es bedeutet aus einem gewaltgeprägtem Leben herauszukommen. Zu der Ausstellung gibt es begleitend eine Publikation mit mehreren Fotografien, die die Innenansichten noch untermalen und einen tieferen Einblick gewähren. Eine Ausgabe der Publikation wird vor Ort als Ansichtsexemplar ausliegen. Bei Interesse können die Betrachter/innen gegen eine Spende an das autonome Frauenhaus Bielefeld ein Exemplar erwerben.