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Unerhörtem Raum geben

Alter und Trauma

Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Folgen traumatischer Erfahrungen können auch im Alter nachwirken.

Es gibt viele Menschen die schlimme Erfahrungen, schreckliche Erlebnisse wie Kriegstraumata, Vergewaltigung oder Nahtoderfahrungen erlebt haben. Diese traumatischen Erlebnisse beeinflussen das Leben bis ins hohe Alter.

3.560.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen sind älter als 65. Etwa ein Drittel der älteren Menschen hat kriegstraumatische Erfahrungen erlitten, ein weiteres Drittel mehr als ein traumatisches Ereignis im Leben erlebt. Kriegskinder erlebten Bombardierungen, Gewalt, Verluste, Hunger und immer wieder Todesangst. Für junge Mädchen und Frauen war sexuelle Gewalt eine zusätzliche reale Bedrohung, die sie selbst oder als Zeuginnen erleben mussten.

Durch den – z.B. durch Arbeit oder Familienbetreuung – geregelten Alltag in jungen Lebensjahren ließen sich die traumatischen Erfahrungen oft in das Unterbewusstsein verdrängen um erträglich durchs Leben gehen zu können und auch um „zu funktionieren“. Im Alter jedoch können diese Erfahrungen an die Oberfläche kommen und in verschiedensten Ausprägungen den Lebensabend beeinflussen. Physische und physische Beeinträchtigungen, können die Jahre, die noch bleiben, dann enorm beeinflussen. Unausgesprochenes lässt sich nicht länger Verdrängen und all das Schlimme kommt zurück in das Bewusstsein – ausgelöst durch Situationen, Gerüche, Gegenstände oder Gedanken, die denen der traumatischen Situation ähnlich sind.

Die Fotos zeigen eine authentische, reale Person. Die Protagonistin hat in ihrer Kinder- und Jugendzeit traumatische Erfahrungen durchleben müssen und die Auswirkungen dessen begleiten sie in ihrem täglichen Alltag. Faktoren die ein Trauma „wieder erleben lassen“ nennt man Trigger. Trigger können Gedanken, Gerüche, Geräusche, Situationen oder auch ein Geschmack sein. Das traumatische Erlebnis wird unmittelbar und unkontrollierbar wieder erlebt. Das fühlt sich in dem Augenblick ganz real an, auch wenn es schon viele Jahrzehnte zurück liegt. Bilder schwebender Gegenstände zeigen Trigger oder verdeutlichen bzw. reaktivieren das Leid-Gedächtnis.

Dieses von mir angefertigte Fotoessay beschreibt das Projekt „Alter und Trauma – unerhörtem Raum geben“ des Projektverbundes folgender Mitglieder:
• Wildwasser Bielefeld e.V.
• Stiftung Wohlfartspflege NRW
• Der Paritätische Nordrhein-Westfalen
• ISI – Institut für Soziale Innovationen e.V.
• dip – Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

Das Projekt fand an den Standorten Duisburg, Minden, Köln und Bielefeld von Oktober 2013 bis September 2016 statt und findet seinen finalen Abschluss am 14.09.2016 zur Abschlusstagung in Gelsenkirchen.

Weiterführende Links: www.alterundtrauma.de