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Es war lange sehr still hier. Jetzt wird es laut im eigenen Atelier.

Bei den Nachtansichten 2019 in Bielefeld werden erstmalig die Türen zum Kulturhaus Bielefeld e.V. geöffnet.

In den letzten Monaten gab es viele Veränderungen im Bezug zu meiner Fotografie und dem Leben im Allgemeinen. Ich habe die Zeit der Stille genutzt um in mich hinein zu horchen, welche Projekte und Dinge mir in Zukunft wichtig werden. Meine Erkenntnis: Ich werde mich mit Umwelt- und Klimaschutzthemen befassen. Definierte Ideen für ein neues Fotoprojekt sind in der Vorbereitung. Dazu wird es aber später mehr geben, denn es steht ganz aktuell ein Meilenstein bevor. Mein lang gehegter Traum geht in Erfüllung. Ein eigenes Atelier. Ich teile es mir mit Freunden im neu entstehenden Kulturhaus Bielefeld e.V.

Bei den Nachtansichten 2019 in Bielefeld werden erstmalig die Türen zum Kulturhaus Bielefeld e.V. geöffnet. Zu diesem Anlass zeige ich eine noch nie veröffentlichte Fotoausstellung im eigenen Atelier!

Meine Fotoausstellung – Unerhörtem Raum geben

2015 – 2016 begleitete ich das Projekt „Alter und Trauma“. Dabei entstand ein Essay welches noch nie im öffentlichen Raum zu sehen war. Der Projektzeitraum liegt zwar bereits 3 Jahre hinter mir, das Thema hat aber an Aktualität nichts verloren. Zu den Nachtansichten werde ich dieses Essay nun im eigenen Atelier zeigen können.

Worum geht es?

Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Folgen traumatischer Erfahrungen können auch im Alter nachwirken.

Es gibt viele Menschen, die schlimme Erfahrungen, schreckliche Erlebnisse wie Kriegstraumata, Vergewaltigung oder Nahtoderfahrungen erleben mussten. Diese traumatischen Erlebnisse beeinflussen das Leben bis ins hohe Alter.
3.560.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen sind älter als 65. Etwa ein Drittel dieser Menschen hat kriegstraumatische Erfahrungen erlitten, ein weiteres Drittel mehr als ein traumatisches Ereignis im Leben erlebt. Kriegskinder erlebten Bombardierungen, Gewalt, Verluste, Hunger und immer wieder Todesangst. Für junge Mädchen und Frauen war sexuelle Gewalt eine zusätzliche reale Bedrohung, die sie selbst oder als Zeuginnen erleben mussten.

Durch den geregelten Alltag in jungen Lebensjahren ließen sich die traumatischen Erfahrungen oft in das Unterbewusstsein verdrängen z.B. durch Arbeit oder Familienbetreuung. Verdrängen war notwendig um erträglich durchs Leben gehen zu können und auch um „zu funktionieren“. Im Alter jedoch können diese Erfahrungen an die Oberfläche zurückkommen und in verschiedensten Ausprägungen den Lebensabend beeinflussen. Physische und physische Beeinträchtigungen können die Jahre, die noch bleiben, enorm beeinflussen. Unausgesprochenes lässt sich nicht länger Verdrängen und all das „Schlimme“ kommt zurück in das Bewusstsein – ausgelöst durch Situationen, Gerüche, Gegenstände oder Gedanken, die denen der traumatischen Situation ähnlich sind.

Alter und Trauma Projekt wurde seinerzeit von folgenden ProjektpartnerInnen durchgeführt:
• Wildwasser Bielefeld e.V.
• Stiftung Wohlfartspflege NRW
• Der Paritätische Nordrhein-Westfalen
• ISI – Institut für Soziale Innovationen e.V.
• dip – Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

Die Bilder in der Ausstellung

Zu sehen ist eine authentische, reale Person. Die Protagonistin hat in ihrer Kinder- und Jugendzeit traumatische Erfahrungen durchleben müssen und die Auswirkungen begleiten sie bis in ihren gegenwärtigen Alltag. Auslösende Faktoren die ein Trauma „wieder erleben lassen“ nennt man Trigger. Das können sein: Gedanken, Gerüche, Geräusche, Situationen oder auch ein Geschmack. Ein traumatisches Erlebnis wird unmittelbar und unkontrollierbar wieder erlebt. Das fühlt sich in dem Augenblick ganz real an, auch wenn es schon viele Jahrzehnte zurück liegt. Bilder schwebender Gegenstände zeigen Trigger oder verdeutlichen bzw. reaktivieren ein Leid-Gedächtnis.

Falls ihr zu den Nachtansichten unterwegs seid, kommt doch mal vorbei! Ich freue mich euch dort zu treffen.

Wo?

Im Labortrakt der ehemaligen Fachhochschule
Werner-Bock-Straße 34
33602 Bielefeld
Eingang befindet sich links neben dem Wiesenbad
Raum 6.5

Wegbeschreibung im Kulturhaus

Durch den Eingang, dann in den ersten Gang direkt rechts abbiegen, geradeaus durch eine Zwischentüre, danach die erste Türe rechts ins Atelier.